FRAU MIT LIBELLE _ Grafica _ No 4

WERKZEUG

In der Kaltnadelradierung stehen nur Schwarz und Weiß zur Verfügung.
Um »Farbigkeiten« zu erzeugen, muss mit allen Variationen von Grautönen gearbeitet werden.
Für »Farbflächen« kommt die Dremel zum Einsatz. Es wird ein Strich dicht und parallel zum anderen gesetzt.
Größere Intensität entsteht, indem die Linien überlagert, d. h. diagonal gekreuzt werden.

Die klassischen Radiernadeln –
die mit Holzgriff hat eine Diamantspitze –
ergeben einen feinen, schwungvollen Strich.
Sie erscheinen mir aber für kapitale Linien zu wenig aussagekräftig.
Ich setze sie ein für Schraffuren (sie erzeugen einen speziellen Grauwert) und kleine Detailzeichnungen.
Dieser Arbeitsprozess beansprucht nur das Handgelenk.

Mit Sandpapier in unterschiedlich feiner Körnung lege ich die zart gehauchten Schatten an.

Meine selbst gefertigten Radiernadeln waren einst Schraubenzieher, bevor sie die angeschliffene Spitze bekamen.
Sie liegen gut in der Hand, sodass sich die Kraft des ganzen Körpers in sie hineinsetzt und auf die Platte übertragen lässt.
Es ist eine Tätigkeit im Stehen und aus der Schulter heraus.
Die tiefen und breiten Linien, die entstehen,  bilden eine Art Knochengerüst für die Figuren.

Verschiedene Rollen oder Rädchen zaubern ein Strukturraster in dafür ausgewählte Flächen und steuern einen weiteren Grauwert bei.


Platte pur

 

Und  hier die N° VIER

Frau mit Libelle, 2020, Kaltnadelradierung, 40 x 40 cm

Mit allen Sinnen erwartet Euch morgen Platte Nummer fünf …